Über FalkingerPresse

Berufliche Stationen

Volontiert habe ich von 1993 bis 1995 beim Trostberger Tagblatt/Traunreuter Anzeiger. Es folgte eine Festanstellung als Redakteur, zuständig für Politik, Wirtschaft, Bayern, Aus aller Welt und Junge Seite. Und selbstverständlich – das bleibt bei einer Lokalzeitung nicht aus – immer wieder auch für lokale und Kultur-Berichterstattung. 38-jährig habe ich die Junge Seite aus Altersgründen abgegeben und das Kulturressort übernommen. Im Jahr 2008 ließ ich mich von einer Marketing- und Vertriebsagentur abwerben, um dort alleinverantwortlich die redaktionelle Arbeit zu stemmen. Hauptauftraggeber waren Versicherungskonzerne, die ihr E-Mail-Marketing von dieser Agentur abwickeln ließen. Die Finanzkrise beendete das Engagement abrupt. Seit Januar 2009 arbeite ich selbstständig als Journalist. Fachgebiete: Kultur und Wirtschaft. Und der ganze Rest.

Vorher

Ich bin Baujahr 68. Nach dem Abi am Hertzhaimer-Gymnasium Trostberg im Jahr 1988 („Sehr gut“ in Deutsch, Mathe, Kunst und Philosophie) durfte ich erst einmal dienen. Schreibstube in der Bundeswehrfahrschule in Bad Reichenhall. Den Verantwortlichen war vermutlich klar, dass Kugelschreiber und Schreibmaschine die einzigen Waffen sind, derer ich mich bedienen kann, ohne mich selbst ernsthaft zu verletzen. Und tatsächlich: Den Grundwehrdienst beendete ich ohne erwähnenswerte körperliche Schäden.

Andreas FalkingerFür die Zeit danach hatte ich mir in den Kopf gesetzt, Kunst zu studieren. Voraussetzung dafür war ein neunmonatiges Praktikum in einem grafischen Beruf. Der Architekt Julius G. Wachsmann in Traunreut gab mir diese Chance – ein Dreivierteljahr lang zeichnete ich Baupläne. Zu meinen größten Leistungen aus dieser Zeit zählen die Planung eines Vordachs für einen Hauseingang und die eines Schweinestallanbaus. Zumindest der Schweinestall steht heute noch. Was aus dem Vordach geworden ist? Ich weiß es nicht.

Während des Praktikums verlor ich den Glauben daran, dass mich ein Kunststudium auf Dauer ernähren kann. „Brotlose Kunst“ hieß es auch damals schon. Das schreckte mich ein wenig ab – ich warf meine Zukunftspläne radikal um. Und studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Neuere deutsche Literaturwissenschaft. Deutlich weniger brotlos halt. Und mit dem Hintergedanken, mir ausgehend von diesem Studium das Berufsfeld des Journalisten zu erschließen. Die Welt wartet doch auf Feuilletonisten, die Kunstgeschichte, Philosophie und Neuere deutsche Literaturwissenschaft studiert haben.

Plötzlich ging alles ganz schnell. Eine befreundete Redakteurin steckte mir, dass in der Redaktion meiner Heimatzeitung eine Stelle vakant würde. Nach drei Monaten Praktikum und zwei Jahren Volontariat war ich tatsächlich Redakteur. Trotz des Studiums der Kunstgeschichte, der Philosophie und der Neueren deutschen Literaturwissenschaft. Wobei es mir vergönnt ist, die Kenntnisse und Fertigkeiten, die ich mir während der Zeit an der Uni erworben habe, im Beruf nutzen zu können. Eine 100-prozentige Trefferausbeute sozusagen. Das war so nicht zu erwarten.